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Republik Korea - Grupo A

Südkorea  Mit dem Atem eines Favoriten in die WM-Nacht

Südkorea 🇰🇷🔥 Mit dem Atem eines Favoriten in die WM-Nacht

Qualifikation ohne Niederlage, aber nicht ohne Warnsignale: Südkorea kommt mit Substanz, doch die Details entscheiden.

Einführung

Man spürt es schon in den Ergebnissen: Diese Mannschaft spielt selten „zum Schauen“. Sie spielt zum Kontrollieren. Südkorea hat sich durch die Asien-Qualifikation gearbeitet wie ein Team, das weiß, was es tut: erst mit Schubkraft, dann mit Routine, später mit der kühlen Selbstverständlichkeit einer Auswahl, die sich ungern in Chaos treiben lässt.

Die ersten Spuren sind laut: 5:0 gegen Singapur in Seoul, 3:0 in China, später sogar 7:0 in Singapur. Das sind nicht bloß Siege, das sind Statements. Und doch ist da zwischen all den klaren Zahlen eine zweite Geschichte: eine Reihe von Remis, die nicht nach Drama riechen, aber nach Reibung. Denn wer viermal unentschieden spielt, tut nicht immer „genug“ – oder er trifft auf Spielbilder, die unbequem bleiben.

Südkorea schloss die zweite Runde im Gruppe-C-Tableau mit 16 Punkten aus 6 Spielen ab, ungeschlagen, mit 20:1 Toren und einer Differenz von +19. In der dritten Runde, diesmal in Gruppe B, wurde es zäher: 22 Punkte aus 10 Spielen, ebenfalls ohne Niederlage, mit 20:7 Toren und +13 Differenz. Das ist die nüchterne Bilanz eines Teams, das selten wackelt – und selten kollabiert.

Drei Partien markieren dabei Wendepunkte, weil sie den Charakter dieser Qualifikation freilegen. Am 21. März 2024, 1:1 gegen Thailand in Seoul: ein Abend, an dem die Kontrolle nicht reichte, weil ein Gegentor das Spiel in eine nervöse zweite Halbzeit kippte. Am 5. September 2024, 0:0 gegen Palästina: ein Auftakt in Runde drei, der zeigte, wie schwer es werden kann, wenn der Gegner tief steht und die Geduld zum wichtigsten Werkzeug wird. Und am 19. November 2024, erneut 1:1 – diesmal auswärts gegen Palästina: wieder früh ein Gegentreffer, wieder der schnelle Ausgleich, aber kein zweites Tor. Es sind diese Spiele, die nicht weh tun wie Niederlagen, aber Fragen stellen.

Gleichzeitig gibt es Abende, an denen Südkorea wirkt, als hätte es zwei Gänge mehr. Das 4:0 gegen Kuwait am 10. Juni 2025 in Seoul ist so ein Spiel: vier Tore, mehrere Schützen, klare Hierarchien, kein Zittern. Und genau dort liegt die Überschrift dieser Auswahl: hohes Grundniveau, starke Einzelqualität – aber die WM wird nicht nur von Höhepunkten entschieden, sondern von den Partien, die sich sperren.

Der Weg durch die Qualifikation

Südkoreas Weg durch die AFC-Qualifikation wird in den Daten zweigeteilt sichtbar: zweite Runde in Gruppe C, dritte Runde in Gruppe B. Die Struktur, die man aus den Ergebnissen ablesen kann, ist klassisch für eine lange Qualifikation: erst eine Phase, in der Favoriten die Pflicht erledigen müssen, dann eine Phase, in der der Abstand zwischen „gut“ und „durch“ kleiner wird. Südkorea hat beide Phasen ohne Niederlage überstanden – einmal dominant, einmal mit mehr Geduld als Glanz.

In der zweiten Runde stand am Ende Platz 1 in Gruppe C: 16 Punkte, 6 Spiele, 5 Siege, 1 Remis, 0 Niederlagen, 20:1 Tore. Die Konkurrenz blieb deutlich dahinter: China und Thailand kamen jeweils auf 8 Punkte, Singapur auf 1. Schon an dieser Tabelle hängt die Kernaussage: Südkorea hat nicht nur gewonnen, es hat die Gruppe mit einer defensiven Strenge abgeschlossen, die in sechs Spielen nur ein Gegentor zuließ.

Der Übergang in die dritte Runde – Gruppe B – war der Moment, in dem die Resultate „menschlicher“ wurden. Platz 1 auch hier, 22 Punkte aus 10 Spielen, 6 Siege und 4 Remis, erneut 0 Niederlagen. Das Polster war solide, aber nicht luxuriös: Jordanien mit 16 Punkten, Irak mit 15 saßen im Rückspiegel. Und besonders aufschlussreich: die 7 Gegentore in 10 Spielen sind weiterhin gut, aber eben nicht mehr nahezu makellos – die Spiele wurden enger, die Gegner konnten Südkorea häufiger in Gleichgewichte zwingen.

Ein kurzer Blick auf die Nachbarn in der Tabelle schärft die Perspektive. Jordanien war mit +8 Tordifferenz (16:8) das direkteste Verfolgungsteam, Irak blieb bei 9:9 auf Null, Oman rutschte mit 9:14 ins Minus. Südkorea dagegen steht mit 20:7 und +13: die Mischung aus ordentlicher Offensive und stabiler Defensive ist die Konstante. Der Unterschied zum Rest: Südkorea verlor nicht – und ließ sich auch nicht in Serien von „wackligen“ Spielen ziehen. Selbst die Remis blieben kontrollierte Remis.

Was die Partieabfolge verrät: Die zweite Runde war geprägt von klaren Ergebnissen (5:0, 3:0, 3:0, 7:0, 1:0). Die dritte Runde dagegen mischte klare Auswärtssiege (3:1 in Oman, 2:0 in Jordanien, 2:0 im Irak) mit Heim-Remis, die wie kleine Stolpersteine im eigenen Rhythmus wirken (0:0 gegen Palästina, 1:1 gegen Oman, 1:1 gegen Jordanien). Das ist kein Alarm, aber ein Muster: Daheim war es nicht immer leichter.

Und noch etwas: In der dritten Runde gab es mehrere Spiele, die in den Schlussminuten emotional wurden. Das 3:2 gegen Irak am 15. Oktober 2024 erzählt das in Zahlen: ein spätes irakisches Tor in der Nachspielzeit, ein Spiel, das nach einem 3:1 nicht mehr „offen“ sein sollte. Ebenso das 3:1 in Kuwait am 14. November 2024, das zwar souverän wirkt, aber auch zeigt, wie wichtig Standards, Spielmanagement und Konzentration bleiben.

Unter dem Strich bleibt eine Qualifikation, die zwei Gesichter hatte: erst der Sprint, dann der Dauerlauf. Südkorea ist nicht gestolpert – aber es hat gespürt, wie eng die Tür werden kann, wenn Tore nicht früh fallen.

Tabelle 1: Spiele von Südkorea in der Qualifikation

Datum Runde oder Spieltag Gegner Heim Auswärts Ergebnis Torschützen Spielort
16. November 2023 Gruppe C Singapur Heim 5:0 Südkorea: Cho Gue-sung 44', Hwang Hee-chan 49', Son Heung-min 63', Hwang Ui-jo 68' pen., Lee Kang-in 85' Stadion Mundialista, Seúl
21. November 2023 Gruppe C China Auswärts 0:3 Südkorea: Son Heung-min 11' pen., 45', Jung Seung-hyun 87' Shenzhen Universiade Sports Centre, Shenzhen
21. März 2024 Gruppe C Thailand Heim 1:1 Südkorea: Son Heung-min 42'. Thailand: Suphanat 61' Stadion Mundialista, Seúl
26. März 2024 Gruppe C Thailand Auswärts 0:3 Südkorea: Lee Jae-sung 19', Son Heung-min 54', Park Jin-seop 82' Stadion Rajamangala, Bangkok
6. Juni 2024 Gruppe C Singapur Auswärts 0:7 Südkorea: Lee Kang-in 9', 54', Joo Min-kyu 20', Son Heung-min 53', 56', Bae Jun-ho 79', Hwang Hee-chan 81' Stadion Nacional, Singapur
11. Juni 2024 Gruppe C China Heim 1:0 Südkorea: Lee Kang-in 61' Stadion Mundialista, Seúl
5. September 2024 Spieltag 1, Gruppe B Palästina Heim 0-0 Sin goles Stadion Mundialista, Seúl
10. September 2024 Spieltag 2, Gruppe B Oman Auswärts 1-3 Oman: Jung Seung-hyun 45+2' Eigentor; Südkorea: Hwang Hee-chan 10', Son Heung-min 82', Joo Min-kyu 90+11' Complejo Deportivo del Sultán Qaboos, Mascate
10. Oktober 2024 Spieltag 3, Gruppe B Jordanien Auswärts 0-2 Südkorea: Lee Jae-sung 38', Oh Hyeon-gyu 68' Stadion Internacional, Amán
15. Oktober 2024 Spieltag 4, Gruppe B Irak Heim 3-2 Südkorea: Oh Se-hun 41', Oh Hyeon-gyu 74', Lee Jae-sung 83'; Irak: Hussein 50', Bayesh 90+5' Stadion Yongin Mireu, Yongin
14. November 2024 Spieltag 5, Gruppe B Kuwait Auswärts 1-3 Kuwait: Daham 60'; Südkorea: Oh Se-hun 10', Son Heung-min 19' pen., Bae Jun-ho 74' Stadion Internacional Jaber Al-Ahmad, Kuwait
19. November 2024 Spieltag 6, Gruppe B Palästina Auswärts 1-1 Palästina: Qunbar 12'; Südkorea: Son Heung-min 16' Stadion Internacional, Amán
20. März 2025 Spieltag 7, Gruppe B Oman Heim 1-1 Südkorea: Hwang Hee-chan 41'; Oman: Al-Busaidi 80' Stadion de Goyang, Goyang
25. März 2025 Spieltag 8, Gruppe B Jordanien Heim 1-1 Südkorea: Lee Jae-sung 5'; Jordanien: Al-Mardi 30' Stadion Mundialista, Suwon
5. Juni 2025 Spieltag 9, Gruppe B Irak Auswärts 0-2 Südkorea: Kim Jin-gyu 63', Oh Hyeon-gyu 82' Stadion Internacional, Basora
10. Juni 2025 Spieltag 10, Gruppe B Kuwait Heim 4-0 Südkorea: Jeon Jin-woo 30', Lee Kang-in 51', Oh Hyeon-gyu 54', Lee Jae-sung 72' Stadion Mundialista, Seúl

Tabelle 2: Tabelle zweite Runde Gruppe C

Pos. Team Pts. PJ G E P GF GC Dif.
1 Südkorea 16 6 5 1 0 20 1 +19
2 China 8 6 2 2 2 9 9 0
3 Thailand 8 6 2 2 2 9 9 0
4 Singapur 1 6 0 1 5 5 24 -19

Tabelle 3: Tabelle dritte Runde Gruppe B

Pos. Team Pts. PJ G E P GF GC Dif.
1 Südkorea 22 10 6 4 0 20 7 +13
2 Jordanien 16 10 4 4 2 16 8 +8
3 Irak 15 10 4 3 3 9 9 0
4 Oman 11 10 3 2 5 9 14 -5
5 Palästina 10 10 2 4 4 10 13 -3
6 Kuwait 5 10 0 5 5 7 20 -13

Wie sie spielen

Südkoreas Identität lässt sich aus den Zahlen lesen, ohne dass man ihr ein taktisches Etikett ankleben muss. In beiden Runden steht die Defensive als Fundament: 1 Gegentor in 6 Spielen der zweiten Runde, 7 Gegentore in 10 Spielen der dritten Runde. Das ist nicht nur „stabil“, das ist ein Team, das selten auseinanderfällt. Selbst wenn es Gegentore gibt, kommt das Spiel nicht in Panik – häufig folgt eine schnelle Antwort, wie beim 1:1 gegen Palästina am 19. November 2024: Rückstand in Minute 12, Ausgleich in Minute 16.

Offensiv zeigt die Auswahl zwei Modi. Der erste ist der „Durchlaufmodus“: hohe Ergebnisse gegen Gegner, die nicht über 90 Minuten standhalten. 5:0, 7:0, 4:0 – das sind Spiele, in denen Südkorea nicht nur trifft, sondern nachlegt. Der zweite Modus ist der „Schlüsselspielmodus“: 1:0 gegen China, 2:0 in Jordanien, 2:0 im Irak – Resultate, die eher nach Geduld und Management schmecken als nach Feuerwerk.

Auffällig ist die Häufung knapper Spielausgänge in Runde drei, vor allem zuhause. Drei Heimspiele enden 1:1 (gegen Oman, gegen Jordanien; plus das 1:1 in Runde zwei gegen Thailand) und dazu kommt ein 0:0 gegen Palästina. Das ist ein konkreter Hinweis: Wenn der Gegner kompakt bleibt und Südkorea das erste Tor nicht früh erzwingt, entstehen Spiele, die auf Details hinauslaufen. Es sind keine Spiele, die aus der Hand gleiten – aber Spiele, in denen ein einziger Moment die gesamte Erzählung verändert.

Der Torertrag verteilt sich sichtbar auf mehrere Schultern. Son Heung-min taucht als wiederkehrender Fixpunkt auf: Tore gegen Singapur, China, Thailand, Oman, Palästina, Kuwait – dazu mehrere Treffer in einem Spiel (zum Beispiel in China am 21. November 2023). Gleichzeitig sind die Mitspieler nicht Statisten: Lee Kang-in liefert in der zweiten Runde doppelt in Singapur und trifft gegen China; Lee Jae-sung trifft in entscheidenden Momenten mehrfach; Oh Hyeon-gyu, Oh Se-hun, Joo Min-kyu und andere tragen ebenfalls bei. Diese Streuung ist wichtig, weil sie Südkorea weniger berechenbar macht, wenn ein Gegner den Hauptkanal schließt.

Eine kleine Verwundbarkeit liegt im Spielverlauf: mehrere Gegentore oder kritische Momente fallen spät. Das 1:1 gegen Oman am 20. März 2025 kassiert Südkorea in Minute 80, das 3:2 gegen Irak bekommt in der Nachspielzeit noch ein Gegentor. Das sagt nicht „schwache Schlussphase“ als pauschales Urteil, aber es sagt: Konzentration bis zum Ende bleibt ein Thema, vor allem wenn das Spiel schon „entschieden wirkt“. In einer WM-Gruppe sind das genau die Minuten, die aus einem Sieg ein Remis machen – oder aus einem Remis eine bittere Niederlage.

Die Gruppe bei der WM

Gruppe A wartet – und sie wartet nicht mit Rätseln, sondern mit klaren Schauplätzen. Südkorea spielt zweimal in Guadalajara im Stadion Chivas und einmal in Monterrey im Stadion BBVA. Das ist logistisch ein Vorteil: keine zerfaserte Reise quer über den Kontinent innerhalb der Gruppenphase, zwei Spiele am selben Ort – ein Detail, das sich im Turnieralltag oft größer anfühlt als im Vorfeld.

Sportlich ist der Rahmen ebenfalls klar: Es geht gegen Mexiko, gegen Südafrika – und gegen einen Gegner, der sich erst über den europäischen Play-off-Weg definiert. In den Daten steht dafür der Code A4, und der muss sauber übersetzt werden: Das ist ein Rivalenplatz, der aus dem UEFA-Play-off-Pfad D kommt, also aus Republik Tschechien, Irland, Dänemark oder Nordmazedonien. Für Südkorea bedeutet das: Der erste Gruppengegner steht als Profil noch nicht fest, aber die Aufgabenstellung schon – sauber starten, nicht in die Unruhe eines Turnierauftakts geraten.

Hier ist der Gruppenfahrplan aus Südkoreas Sicht:

Datum Stadion Stadt Gegner
11. Juni 2026 Stadion Chivas Guadalajara Rival por definirse, saldrá del play-off UEFA Ruta D: República Checa, Irlanda, Dinamarca o Macedonia del Norte.
18. Juni 2026 Stadion Chivas Guadalajara Mexiko
24. Juni 2026 Stadion BBVA Monterrey Südafrika

Spiel 1 in Guadalajara ist der klassische WM-Test: nicht der Glamourgegner, nicht das vermeintliche Endspiel – aber sehr häufig das Match, das die Gruppe sortiert. Für Südkorea ist es das Spiel, in dem die Quali-Muster wichtig werden: Wenn es ein enges Spiel wird, müssen die Remis-Tendenzen der dritten Runde in Siege übersetzt werden. Der pragmatische Tipp aus den Daten heraus: ein Spiel, in dem Südkorea „Bedingungen setzen“ muss – hohes Maß an Kontrolle, frühe Führung als Schlüssel, keine späten Geschenke. Prognose: gana Südkorea.

Dann Mexiko, wieder in Guadalajara. Das ist atmosphärisch ein Sonderfall: Mexiko in einem Stadion in Mexiko-Nähe, das Publikum als Faktor, und ein Gegner, der in Turnieren oft von Rhythmus und Emotion lebt. Südkorea muss hier nicht „schöner“ sein als Mexiko, sondern klarer. Die Qualifikation zeigt: Südkorea kann auswärts gewinnen und kann enge Spiele tragen. Wenn es in ein wildes Hin und Her kippt, steigt die Bedeutung der späten Gegentore, die in der Quali gelegentlich auftauchten. Prognose: empate.

Zum Abschluss Südafrika in Monterrey. Drittes Gruppenspiel heißt meistens: rechnen, verwalten, reagieren. Genau dort ist Südkorea traditionell gut beraten, seine eigene Identität zu spielen: seriös, effizient, ohne Risiko-Übermut. Der Weg durch die Qualifikation liefert genug Hinweise, dass die Mannschaft Spiele „in den Griff“ bekommt, wenn sie nicht in Rückstand gerät. Prognose: gana Südkorea.

Was sind die Schlüssel zur Qualifikation aus der Gruppe?

  • Frühes Tor im Auftaktspiel: Die Quali zeigte mehrere Heim-Remis, wenn das Spiel lange „zu“ blieb.
  • Konzentration in der Schlussphase: Gegentore in späten Minuten dürfen in einer Gruppe nicht zur Gewohnheit werden.
  • Breite im Toreschießen nutzen: Mehrere Schützen sind ein Vorteil, wenn ein Gegner den Star isolieren will.
  • Emotionen gegen Mexiko aushalten: nicht gegen die Kulisse spielen, sondern durch sie hindurch.
  • Null-Fehler-Management: Südkorea war in der Qualifikation ungeschlagen – diese mentale Stabilität ist ein Trumpf, wenn das Spiel kippt.

Leitartikel

Südkorea kommt mit einem Lebenslauf in die WM-Gruppe, der Vertrauen schafft: ungeschlagen durch zwei Quali-Phasen, klare Tordifferenzen, mehrere Auswärtssiege gegen direkte Konkurrenten. Das ist die Währung, die in Turnieren zählt, weil sie mehr bedeutet als hübsche Testspielmomente. Wer in Jordanien und im Irak gewinnt und dabei zu Null bleibt, hat ein Turnier-Gen in der Tasche: das Talent, unangenehme Nächte auszuhalten.

Und doch sollte man die Remis-Serie in engen Spielen nicht wegwischen. Vier Unentschieden in der dritten Runde – dazu das 1:1 gegen Thailand – sind keine Schwäche per se, aber sie sind ein Hinweis auf die Sorte Partien, die sich in einer WM-Gruppe stapeln können. Wenn Südkorea in solchen Spielen nur „kontrolliert“, aber nicht „entscheidet“, kann aus einer eigentlich sauberen Gruppenphase plötzlich ein Rechenschieber werden.

Am Ende ist das Bild klar: Südkorea ist weit weg von einem Team, das auf Hoffnung reist. Es reist mit Struktur, mit Toren, mit einem Namen, der in Asien Gewicht hat. Die WM wird aber nicht nach Tabellen der Qualifikation verteilt, sondern nach Momenten – und die warnen am deutlichsten dort, wo ein Spiel schon gewonnen schien. Das 3:2 gegen Irak am 15. Oktober 2024, mit dem Gegentor in der Nachspielzeit, ist der perfekte Merksatz: Wenn die Konzentration für einen Atemzug fällt, wird aus einem komfortablen Abend eine zittrige Schlussminute. In einer Gruppe kann genau diese Schlussminute der Unterschied sein zwischen „weiter“ und „zu früh fertig“.