Japan - Grupo F
đŻđ”đ„ Samurai Blue auf Mission
Japan kommt mit Zahlen, Wucht und einem leisen Warnsignal zur richtigen Zeit
EinfĂŒhrung
Es gibt Nationalteams, die sich durch Qualifikationsfenster schleppen, als wĂ€ren sie lĂ€stige Pflichtspiele. Und es gibt Japan, das in diesen Monaten gespielt hat, als wĂŒrde jede Partie eine kleine Generalprobe sein: mit klaren AblĂ€ufen, hoher Disziplin und dieser kalten Effizienz, die Spiele schon frĂŒh in eine Richtung kippen lĂ€sst. Wer Japan in dieser Phase zuschaut, sieht keine Showmannschaft, sondern eine Maschine, die weiĂ, wann sie das Tempo anzieht und wann sie das Spiel in einem kontrollierten Modus einfriert.
Das Bild, das bleibt, ist eines von Dominanz, aber nicht von Ăberheblichkeit: 5:0 hier, 7:0 dort, auswĂ€rts ohne Zögern, zuhause ohne Nachsicht. Japan wirkt wie eine Mannschaft, die ihre eigenen Standards setzt und sie dann konsequent abarbeitet. Und wenn der Gegner einmal nicht kollabiert, sondern Widerstand organisiert, wird es nicht chaotisch â Japan bleibt bei sich, wartet auf den Moment, in dem die Struktur wieder greift.
Die harten Daten tragen diese ErzĂ€hlung: In der zweiten Runde der AFC-Qualifikation beendete Japan die Gruppe B mit 18 Punkten aus 6 Spielen, 24:0 Toren und einer makellosen Bilanz. In der dritten Runde, Gruppe C, steht Japan bei 23 Punkten aus 10 Spielen, mit 30:3 Toren und einer Differenz von +27. Das sind Zahlen, die nicht nach Zufall klingen, sondern nach System: viel eigene Produktion, kaum gegnerische AbschlĂŒsse, selten Unordnung.
Und doch sind es die Momente, die eine Qualifikation definieren. Der Auftakt 16. November 2023 gegen Birmania: ein 5:0, viermal Ueda, dazu Kamada und DĆan â ein Start wie ein Statement. Dann der 21. November 2023 in Syrien: 5:0 auswĂ€rts, diesmal mit Kubo, Ueda im Doppelpack, Sugawara, Hosoya â Japan als Reise-Team ohne Jetlag. SpĂ€ter, am 15. Oktober 2024 gegen Australien zuhause, das 1:1, ein Spiel mit zwei Eigentoren: Japan bekam zum ersten Mal im spĂ€ten Verlauf der Phase einen Spiegel vorgehalten, wie schnell ein âsaubererâ Abend in eine zĂ€he Nummer kippen kann. Und schlieĂlich das Ergebnis, das wie ein kleines Warnschild wirkt: 5. Juni 2025 in Perth, 0:1 gegen Australien, Gegentor in der 90. Minute. Kein Drama, aber eine Erinnerung, dass Details auch bei einem Dominator zurĂŒckschlagen können.
So geht Japan in das WM-Jahr 2026 nicht als WundertĂŒte, sondern als Team mit klarer IdentitĂ€t und klarer Formkurve. Gruppe F wartet mit den Niederlanden, Tunesien und einem Gegner, der sich erst ĂŒber den UEFA-Play-off Weg B durchsetzen muss. Ein Dreiklang, der von Japan weniger Glanz verlangt als PrĂ€zision â und von den Samurai Blue vor allem: die eigenen Regeln nicht zu brechen.
Der Weg durch die Qualifikation
Die japanische WM-Qualifikation in der AFC ist in den vorliegenden Daten in zwei Etappen gegliedert: zweite Runde und dritte Runde. Was man daraus sofort lesen kann: Japan musste nicht âirgendwie durchkommenâ, sondern hat in beiden Etappen die Gruppen jeweils als TabellenfĂŒhrer abgeschlossen. Und es ist ein Unterschied, ob man weiterkommt, weil man in entscheidenden Momenten ein Spiel dreht â oder ob man weiterkommt, weil man ĂŒber Monate hinweg die Statik der Gruppe dominiert.
Zweite Runde, Gruppe B: 6 Spiele, 6 Siege, 24 Tore, kein einziges Gegentor. Japan hat diese Phase wie ein Team gespielt, das nicht verhandeln will. Die Gegner (Nordkorea, Syrien, Birmania) wurden nicht nur geschlagen, sondern hĂ€ufig entmutigt: zweimal 5:0 gegen Birmania (16. November 2023 zuhause, 6. Juni 2024 auswĂ€rts), zweimal 5:0 gegen Syrien (21. November 2023 auswĂ€rts, 11. Juni 2024 zuhause) â das ist kein âguter Tagâ, das ist Wiederholbarkeit. Selbst das âkleineâ 1:0 gegen Nordkorea am 21. MĂ€rz 2024 ist interessant: Japan kann nicht nur ĂŒberrollen, sondern auch ein Spiel frĂŒh öffnen (Tanaka in Minute 2) und dann seriös schlieĂen.
Die dritte Runde, Gruppe C, ist der Test mit mehr Reibung: andere Namen, andere SpielverlÀufe, andere SpielstÀnde. Und trotzdem bleibt die Linie bemerkenswert stabil. Japan holt 23 Punkte (7 Siege, 2 Remis, 1 Niederlage) und kassiert nur 3 Gegentore in 10 Spielen. In einer Gruppe, in der Australien 19 Punkte holt und nur einmal verliert, ist Japans Vorsprung von 4 Punkten ein Hinweis: Nicht nur die Offensivwucht, auch die Konstanz im Ergebnis macht den Unterschied.
Die Tabelle in Gruppe C zeigt zudem, wie sehr Japan seine Arbeit in Punkte ĂŒbersetzt. Australien bleibt nah dran, aber Japan hat den Vorteil, dass es in den klaren Spielen gnadenlos ist: 7:0 gegen China, 5:0 in Bahrain, 4:0 in Indonesien, 6:0 gegen Indonesien. Solche Ergebnisse sind in Qualifikationsgruppen wie Bonuspunkte, weil sie nicht nur ZĂ€hler bringen, sondern auch Rhythmus, SelbstverstĂ€ndnis und oft eine entscheidende Tordifferenz als Sicherheitspuffer.
Und trotzdem: Die zwei Remis und die eine Niederlage sind nicht bloĂ Flecken. Sie erzĂ€hlen etwas ĂŒber die wenigen Szenarien, in denen Japan nicht mit maximaler Leichtigkeit durchmarschiert. Das 1:1 zuhause gegen Australien (15. Oktober 2024) war ein Spiel, das nicht ĂŒber Japan-Tore im klassischen Sinn entschieden wurde, sondern ĂŒber Eigentore â ein Zeichen fĂŒr ein Duell, in dem beide Teams die Fehlerquote hochschrauben, weil der Gegner Druck erzeugt. Und das 0:0 zuhause gegen Saudi-Arabien (25. MĂ€rz 2025) deutet auf ein Spiel hin, in dem Japan zwar Kontrolle hatte, aber keinen klaren Durchbruch fand. SchlieĂlich das 0:1 in Perth (5. Juni 2025) â Gegentor spĂ€t â als Erinnerung, dass selbst ein defensiv extrem stabiles Team seine perfekte Statistik verlieren kann, wenn ein Spiel bis in die Schlussminute offen bleibt.
Was ebenfalls auffĂ€llt: Japan ist in den Daten ein Team, das auswĂ€rts nicht kleiner wird. In der zweiten Runde gewann Japan in Syrien 5:0, in Birmania 5:0. In der dritten Runde gab es auswĂ€rts 5:0 (Bahrain), 2:0 (Saudi-Arabien), 4:0 (Indonesien), 3:1 (China). Das einzige AuswĂ€rtsproblem ist gleichzeitig das schwierigste AuswĂ€rtsspiel der Gruppe: Australien. Das klingt banal, ist aber ein Muster: Japan schlĂ€gt die âPflichtauswĂ€rtsreisenâ souverĂ€n, und die kniffligen Abende entscheiden Details.
Die Torproduktion verteilt sich ĂŒber die Qualifikation auffĂ€llig breit, auch wenn ein Name immer wieder auftaucht: Ueda. In den frĂŒhen Spielen ist er der klassische Serien-TorschĂŒtze (vier Treffer gegen Birmania am 16. November 2023; Doppelpack in Syrien am 21. November 2023; erneut Treffer gegen Syrien am 11. Juni 2024; Doppelpack in Bahrain am 10. September 2024). Gleichzeitig tragen andere das Gewicht mit: Kubo, Kamada, Minamino, Mitoma, Morita, Ito, Maeda â Japan wirkt nicht wie eine Mannschaft, die an einem einzigen Hebel hĂ€ngt.
Und noch ein Detail, das in Qualifikationen oft unterschĂ€tzt wird: Japan hat mehrere Spiele, in denen es sehr frĂŒh trifft (Tanaka 2' gegen Nordkorea; EndĆ 12' gegen China; Kamada 14' in Saudi-Arabien; Kamada 15' gegen Indonesien am 10. Juni 2025). FrĂŒhe Tore verĂ€ndern Gruppenphasen: Sie nehmen dem Gegner die Idee, lange im Spiel zu bleiben, und geben Japan die Kontrolle ĂŒber Tempo und Risiko.
Tabelle 1: Japans Spiele in der Qualifikation AFC
| Datum | Runde oder Spieltag | Gegner | Heim oder AuswĂ€rts | Ergebnis | TorschĂŒtzen | Spielort |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 16. November 2023 | Gruppe B | Birmania | Heim | 5:0 | Japan: Ueda 11', 45+4', 50', Kamada 28', DĆan 86'. | Stadion Panasonic Suita, Suita |
| 21. November 2023 | Gruppe B | Syrien | AuswĂ€rts | 0:5 | Japan: Kubo 32', Ueda 37', 40', Sugawara 47', Hosoya 82'. | Stadion PrĂncipe Abdullah al-Faisal, Yeda |
| 21. MĂ€rz 2024 | Gruppe B | Nordkorea | Heim | 1:0 | Japan: Tanaka 2'. | Stadion Nacional, Tokio |
| 26. MÀrz 2024 | Gruppe B | Nordkorea | AuswÀrts | 0:3 | Japan: Victoria otorgada por decisión de FIFA tras cancelación | Pionyang (Cancelado) |
| 6. Juni 2024 | Gruppe B | Birmania | AuswĂ€rts | 0:5 | Japan: Nakamura 17', 90+3', DĆan 37', Ogawa 75', 83'. | Stadion Thuwunna, RangĂșn |
| 11. Juni 2024 | Gruppe B | Syrien | Heim | 5:0 | Japan: Ueda 13', DĆan 19', Krouma 21' a.g., SĆma 73' pen., Minamino 85'. | Edion Peace Wing Hiroshima, Hiroshima |
| 5. September 2024 | Spieltag 1, Gruppe C | China | Heim | 7-0 | Japan: EndĆ 12', Mitoma 45+2', Minamino 52', 58', Ito 77', Maeda 87', Kubo 90+5' | Stadion Saitama 2002, Saitama |
| 10. September 2024 | Spieltag 2, Gruppe C | Bahrain | AuswÀrts | 0-5 | Japan: Ueda 37' pen., 47', Morita 61', 64', Ogawa 81' | Stadion Nacional, Riffa |
| 10. Oktober 2024 | Spieltag 3, Gruppe C | Saudi-Arabien | AuswÀrts | 0-2 | Japan: Kamada 14', Ogawa 81' | Ciudad Deportiva del Rey Abdalå, Yeda |
| 15. Oktober 2024 | Spieltag 4, Gruppe C | Australien | Heim | 1-1 | Japan: Burgess 76' a.g.; Australien: Taniguchi 58' a.g. | Stadion Saitama 2002, Saitama |
| 15. November 2024 | Spieltag 5, Gruppe C | Indonesien | AuswÀrts | 0-4 | Japan: Hubner 35' a.g., Minamino 40', Morita 49', Sugawara 69' | Stadion Gelora Bung Karno, Yakarta |
| 19. November 2024 | Spieltag 6, Gruppe C | China | AuswÀrts | 1-3 | China: Lin Liangming 48'; Japan: Ogawa 39', 54', Itakura 45+6' | Stadion Xiamen Egret, Xiamen |
| 20. MĂ€rz 2025 | Spieltag 7, Gruppe C | Bahrain | Heim | 2-0 | Japan: Kamada 66', Kubo 87' | Stadion Saitama 2002, Saitama |
| 25. MĂ€rz 2025 | Spieltag 8, Gruppe C | Saudi-Arabien | Heim | 0-0 | Sin goles | Stadion Saitama 2002, Saitama |
| 5. Juni 2025 | Spieltag 9, Gruppe C | Australien | AuswÀrts | 1-0 | Australien: Behich 90' | Stadion de Perth, Perth |
| 10. Juni 2025 | Spieltag 10, Gruppe C | Indonesien | Heim | 6-0 | Japan: Kamada 15', 45+6', Kubo 19', Morishita 55', Machino 58', Hosoya 80' | Stadion Panasonic Suita, Suita |
Tabelle 2: Tabelle zweite Runde, Gruppe B
| Pos. | Team | Pts. | PJ | G | E | P | GF | GC | Dif. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Japan | 18 | 6 | 6 | 0 | 0 | 24 | 0 | +24 |
| 2 | Nordkorea | 9 | 6 | 3 | 0 | 3 | 11 | 7 | +4 |
| 3 | Syrien | 7 | 6 | 2 | 1 | 3 | 9 | 12 | -3 |
| 4 | Birmania | 1 | 6 | 0 | 1 | 5 | 3 | 28 | -25 |
Tabelle 3: Tabelle dritte Runde, Gruppe C
| Pos. | Team | Pts. | PJ | G | E | P | GF | GC | Dif. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Japan | 23 | 10 | 7 | 2 | 1 | 30 | 3 | +27 |
| 2 | Australien | 19 | 10 | 5 | 4 | 1 | 16 | 7 | +9 |
| 3 | Saudi-Arabien | 13 | 10 | 3 | 4 | 3 | 7 | 8 | -1 |
| 4 | Indonesien | 12 | 10 | 3 | 3 | 4 | 9 | 20 | -11 |
| 5 | China | 9 | 10 | 3 | 0 | 7 | 7 | 20 | -13 |
| 6 | Bahrain | 6 | 10 | 1 | 3 | 6 | 5 | 16 | -11 |
Aus diesen Tabellen lĂ€sst sich Japans Qualifikation wie ein Leistungsprofil lesen: In Runde zwei war es ein kompletter Spaziergang mit maximaler Tordifferenz. In Runde drei steigt die WiderstandsfĂ€higkeit der Gegner, doch Japan bleibt vorn und baut den Abstand ĂŒber zwei Dinge: die seltenen Gegentore (3 in 10 Spielen) und die FĂ€higkeit, gegen Teams aus der unteren HĂ€lfte die Punkte âohne NebengerĂ€uscheâ einzusammeln.
Auch die Ergebnisse im Detail sind eine Mini-Landkarte: Japan hat in der dritten Runde sieben Siege, davon mehrere sehr hoch. Gleichzeitig gibt es drei Spiele ohne Sieg, und sie sind alle âandersâ: ein 1:1, ein 0:0, ein 0:1. Das sind keine wilden 3:4-Abende, sondern Partien, die im engen Rahmen bleiben. FĂŒr ein Turnier wie eine WM ist das ein wichtiges Signal: Japan kann dominant sein, ohne sich selbst zu öffnen â aber wenn das erste Tor nicht fĂ€llt, wird die Partie schnell ein Geduldsspiel.
Noch eine Segmentierung, die aus den Matchdaten klar hervorgeht: zuhause ist Japan ein Tor-Orkan mit wenigen Ausnahmen. In der dritten Runde zuhause: 7-0 gegen China, 1-1 gegen Australien, 2-0 gegen Bahrain, 0-0 gegen Saudi-Arabien, 6-0 gegen Indonesien. Das sind 16 Tore in fĂŒnf Heimspielen, bei nur einem Gegentor (im 1-1 durch Eigentor). AuswĂ€rts in derselben Runde: 5 Tore in Bahrain, 2 in Saudi-Arabien, 4 in Indonesien, 3 in China, aber eben auch die 0:1-Niederlage in Australien. Insgesamt auswĂ€rts in Runde drei: 14:2 Tore in fĂŒnf Spielen. Das ist eine Bilanz, die zeigt, dass Japans Spiel nicht an Heimkomfort hĂ€ngt.
Wie sie spielen
Wenn man Japan in diesen Ergebnissen âlesenâ will, geht es weniger um eine vermutete Formation und mehr um wiederkehrende Muster: Japan gewinnt oft hoch, kassiert fast nie, und trifft nicht nur einmal pro Spiel, sondern oft in Serien. Das bedeutet: Wenn Japan ein Spiel öffnet, bleibt es nicht bei einem Stich â es setzt nach. Das 7-0 gegen China ist die offensichtliche Referenz, aber auch das 6-0 gegen Indonesien oder die wiederholten 5:0-Siege in Runde zwei und drei zeigen das gleiche Prinzip.
Die Zahlen sprechen fĂŒr eine Mischung aus Kontrolle und Effizienz. In der dritten Runde: 30 Tore in 10 Spielen, 3 Gegentore. Das ist nicht nur ein gutes Offensivteam, sondern vor allem ein Team, das den Gegner kaum in gefĂ€hrliche Zonen lĂ€sst oder Fehler sofort âabsichertâ. Dass Australien in zwei Spielen gegen Japan nur einmal selbst trifft (und das ĂŒber ein spĂ€tes 1:0), zeigt zudem: Selbst der stĂ€rkste Gegner der Gruppe musste lange arbeiten, um Japan ĂŒberhaupt zu knacken.
AuffĂ€llig ist auch Japans FĂ€higkeit, Spiele frĂŒh zu prĂ€gen. Mehrfach fallen frĂŒhe Treffer oder frĂŒhe Signale: Tanaka nach 2 Minuten gegen Nordkorea, EndĆ nach 12 Minuten gegen China, Kamada nach 14 Minuten in Saudi-Arabien, Kamada nach 15 Minuten gegen Indonesien. In Qualifikationsspielen sind frĂŒhe Tore wie eine taktische AbkĂŒrzung: Der Gegner muss sein Skript Ă€ndern, RĂ€ume öffnen, mehr Risiko nehmen. Japan wirkt in diesen Daten wie ein Team, das genau diesen Moment jagt â und dann die Konsequenzen kontrolliert.
Bei der Torverteilung zeigt sich: Japan hat Stars, aber keinen Monokult. Ueda ist ein klarer Fixpunkt mit wiederkehrenden Treffern in mehreren Fenstern, doch er ist nicht der einzige Motor. Kubo trifft (unter anderem in Syrien, gegen Bahrain, gegen China, gegen Bahrain zuhause), Kamada ist mehrfach entscheidend (gegen Saudi-Arabien, gegen Bahrain, gegen Indonesien), Minamino taucht in unterschiedlichen Spielen auf, Morita liefert Doppelpacks, dazu Mitoma, Ito, Maeda, Sugawara, Hosoya, Ogawa. Dieses Mosaik ist fĂŒr Turniere relevant: Wenn ein Gegner einen Spieler aus dem Spiel nimmt, bleibt Japan in den Daten trotzdem torgefĂ€hrlich.
Und die wenigen Stolperer geben Hinweise auf mögliche Verwundbarkeiten, ohne dass man daraus ein Drama machen muss. Das 0:0 gegen Saudi-Arabien zuhause zeigt: Es gibt Spieltypen, in denen Japan zwar nicht verliert, aber auch nicht zwangslĂ€ufig durchkommt â wenn der Gegner tief und sauber organisiert bleibt und das Spiel nicht âaufklapptâ. Das 0:1 in Australien zeigt die zweite Lektion: Wenn das Spiel bis in die Schlussphase offen ist, kann ein einzelner Moment reichen. Gerade weil Japan defensiv so stabil ist, ist der seltene Gegentreffer oft maximal teuer.
Japan wirkt dadurch wie eine Mannschaft, die zwei Modi beherrscht: den âSturmâ-Modus, in dem sie aus einem 1:0 schnell ein 3:0 macht, und den âKontrollâ-Modus, in dem sie knappe Spiele nicht verliert. Der nĂ€chste Schritt Richtung WM-Erfolg hĂ€ngt dann an einem dritten Modus: dem âBlockknackerâ-Modus â also an der FĂ€higkeit, aus einem zĂ€hen 0:0 oder 1:0 heraus den zweiten Punch zu setzen, bevor die Nerven oder die Uhr zum Gegner kippen.
Die Gruppe bei der WM
Gruppe F bietet Japan eine Mischung, die in Turnierlogik immer spannend ist: ein Duell gegen einen europĂ€ischen Topgegner, ein Spiel gegen einen afrikanischen Vertreter, und ein drittes Match gegen einen Gegner, der sich erst noch ĂŒber ein Play-off durchsetzen muss. FĂŒr Japan ist das nicht nur eine Frage der QualitĂ€t, sondern der Aufgabenstellung: Drei unterschiedliche Spielbilder, drei unterschiedliche Risikoprofile.
Die drei Gegner lauten in den Daten: Niederlande, Tunesien und als drittes âF3â, das nicht als Teamname stehen bleiben darf. Ăbersetzt in eine saubere Turnierformulierung heiĂt das: Rival por definirse, saldrĂĄ del play-off UEFA Ruta B: Ucrania, Suecia, Polonia o Albania. Das verĂ€ndert die Vorbereitung: Japan kann fĂŒr das dritte Spiel weniger auf eine konkrete Spielweise des Gegners planen, aber umso klarer auf die eigenen Prinzipien.
Die Terminierung ist ebenfalls ein Faktor, der in Gruppenphasen oft unterschĂ€tzt wird: Japan startet am 14. Juni 2026 gegen die Niederlande. Das ist ein Auftakt, der sofort die Temperatur der Gruppe bestimmt. Danach folgt am 20. Juni 2026 Tunesien. Und am 25. Juni 2026 schlieĂt Japan gegen den Gegner aus dem UEFA-Play-off Weg B ab. Das bedeutet: Japan hat zunĂ€chst den schwersten PrĂŒfstein, dann ein Spiel, in dem Punkte zwingend sind, und am Ende ein Match, das je nach Tabellenlage âTĂŒröffnerâ oder âAbsicherungâ sein kann.
Tabelle: Japans drei Gruppenspiele in Gruppe F
| Datum | Stadion | Stadt | Gegner |
|---|---|---|---|
| 14. Juni 2026 | AT&T Stadium | Dallas | Niederlande |
| 20. Juni 2026 | Stadion BBVA | Monterrey | Tunesien |
| 25. Juni 2026 | Arrowhead Stadium | Kansas City | Rival por definirse, saldrĂĄ del play-off UEFA Ruta B: Ucrania, Suecia, Polonia o Albania. |
Spiel 1, Niederlande: Das ist der PrĂŒfstein fĂŒr Japans wichtigste Quali-QualitĂ€t â defensive StabilitĂ€t gegen ein Team, das in der Regel hohe individuelle QualitĂ€t in der Offensive mitbringt. Aus Japans Daten lĂ€sst sich ableiten, was die Mission sein muss: ein Spiel im engen Korridor halten, nicht frĂŒh in RĂŒckstand geraten, nicht in ein offenes Hin und Her kippen. Japans Quali-Statistik (3 Gegentore in 10 Spielen in Runde drei) ist das Fundament, auf das es sich stĂŒtzen will. Prognose in Klartext: empate. Weil Japan gezeigt hat, dass es Topspiele lange âin der Schwebeâ halten kann â und weil ein Auftakt nicht gewonnen werden muss, um eine Gruppe zu gewinnen.
Spiel 2, Tunesien: Hier geht es weniger um Glanz als um Genauigkeit. Japan hat in der Qualifikation mehrfach bewiesen, dass es Spiele gegen Gegner, die nicht permanent selbst den Ball haben, in klare Resultate umwandeln kann â 4:0 in Indonesien, 6:0 zuhause gegen Indonesien, 5:0 in Bahrain. NatĂŒrlich ist eine WM kein Quali-Spiel, aber die Lehre bleibt: Japan braucht keine fĂŒnf Chancen, um ein Spiel auf Kurs zu bringen. Das zweite Gruppenspiel ist oft das Spiel, in dem Favoriten ihre Gruppe âordnenâ. Prognose: gana JapĂłn â nicht als Ăberheblichkeit, sondern als logische Fortsetzung der Konstanz, die Japan ĂŒber zwei Quali-Runden getragen hat.
Spiel 3, Rival por definirse, saldrĂĄ del play-off UEFA Ruta B: Ucrania, Suecia, Polonia o Albania.: Dieses Match ist taktisch schwerer zu âerzĂ€hlenâ, weil der Gegner noch nicht konkret ist. FĂŒr Japan ist die Aufgabe aber klar formuliert: ein Spiel, um zu summieren â Punkte, TorverhĂ€ltnis, Kontrolle. Und vor allem: kein Geschenk zu Beginn, keine Unordnung in den ersten 20 Minuten, kein Spiel, das sich unnötig in den letzten fĂŒnf Minuten verkompliziert. Japans 0:1 in Perth mit dem Gegentor in Minute 90 ist hier die perfekte Mahnung aus dem eigenen Dossier. Prognose: gana JapĂłn â weil Japans Grundniveau im Ergebnis sehr hoch ist, solange es das Spiel nicht bis zur letzten Szene offen lĂ€sst.
Wichtig ist dabei: Japan muss nicht jedes Spiel dominieren, um weiterzukommen. Die Gruppe ist so gebaut, dass ein gutes Startresultat gegen die Niederlande das gesamte Feld beruhigen kann. Danach gilt es, in den Spielen zwei und drei die Quali-Tugenden zu ĂŒbersetzen: seriös, klar, ohne ĂŒberflĂŒssige Risiken.
SchlĂŒssel zur Gruppen-Qualifikation aus Japans Sicht
- FrĂŒh in FĂŒhrung gehen, weil Japan in dieser Qualifikation nach frĂŒhen Toren hĂ€ufig in Serien trifft.
- Das Spiel gegen starke Gegner lange âsauberâ halten, weil Japans Defensive selten Tore zulĂ€sst, aber spĂ€te Gegentore maximal weh tun.
- In den Pflichtspielen die Effizienz hochhalten: nicht nur Chancen sammeln, sondern das 1:0 in ein 2:0 ĂŒberfĂŒhren.
- Den letzten Gruppenspieltag wie ein Management-Spiel behandeln: Rhythmus halten, aber nicht die TĂŒr fĂŒr ZufĂ€lle öffnen.
Leitartikel
Japan hat sich nicht qualifiziert, weil es einen guten Lauf hatte, sondern weil es in zwei Runden eine klare Idee in Ergebnisse gegossen hat. 24:0 Tore in sechs Spielen der zweiten Runde sind keine Laune, 30:3 Tore in zehn Spielen der dritten Runde sind keine Momentaufnahme. Wer so durchgeht, bringt eine Mannschaft zur WM, die weiĂ, wie man Spiele ârichtigâ spielt: mit Geduld, mit PrĂ€zision und mit dem Instinkt, schwĂ€chere Phasen zu ĂŒberstehen, ohne die eigene Ordnung zu verlieren.
Aber genau diese Dominanz bringt eine Gefahr mit: Man gewöhnt sich daran, dass der Gegner irgendwann bricht. Die WM ist der Ort, an dem Gegner nicht zwingend brechen, sondern warten. Und dann kommt die eine Minute, die alles verschiebt. Japan hat diese Minute in Perth erlebt: 5. Juni 2025, 0:1, Gegentor in der 90. Minute. Ein einziges Detail, ein einziger Moment â und die Statistik ist plötzlich keine Versicherung mehr, sondern nur noch eine Erinnerung.
Am Ende ist Japans WM-ErzĂ€hlung deshalb so reizvoll, weil sie nicht auf Hoffnung gebaut ist, sondern auf Handwerk. Japan hat bewiesen, dass es Spiele kontrollieren, öffnen, schlieĂen kann. Der nĂ€chste Schritt ist brutal einfach und brutal schwer zugleich: im engen Spiel nicht nervös werden, und im offenen Spiel nicht ĂŒbermĂŒtig werden.
Wenn Japan diese Balance hĂ€lt, ist Gruppe F kein Labyrinth, sondern eine Strecke mit klaren Abzweigungen. Und wenn es kippt, dann nicht wegen fehlender QualitĂ€t, sondern wegen der einen Szene, in der ein Spiel zu lange âlebendigâ bleibt. Perth war die Mahnung. Die WM wird der Test, ob Japan daraus eine Gewohnheit macht: nicht nur besser zu sein, sondern rechtzeitig fertig zu sein.